22. August 2012

aus dem notizbuch: david almond

vom werkstattgespräch* mit david almond, mehrfach ausgezeichneter englischer kinder- und jugendbuchautor, ist mir eine kleine geschichte besonders in erinnerung geblieben: "als ich an meinem ersten buch für jugendliche arbeitete, war ich immer wieder kurz davor alles hinzuschmeißen. das schaffst du nicht! dachte ich mir. das ist unmöglich, das klappt nicht! oft bin ich von meinem schreibtisch aufgestanden und wollte gehen, einfach alles stehen- und liegenlassen. aber immer wenn ich mich von meinem schreibtisch umdrehte, sah ich das große schild auf der tür von meinem arbeitszimmer. auf dem schild stand: GO BACK!"

gut, oder? die ehrliche und "bodenständige" art von david almond hat mich echt beeindruckt und nach der lesung habe ich natürlich sofort mit seinem roman "mina" begonnen. darüber gibt's hier demnächst mehr zu lesen.

David Almond bei einer Lesung in Wien

zum anschauen: ein interview mit david almond von der BBC und ein kurzes video, in dem david almond über seinen roman "clay" (dt. lehmann oder die versuchung) spricht.

zum weiterlesen: die offizielle homepage des autors, eine liste der kinder- und jugendbücher von david almond und ein ausführliches interview vom april 2011.

*werkstattgespräch und lesung mit david almond waren teil der tagung für kinder- und jugendliteratur in wien von 16. bis 18. august 2012


20. August 2012

ein engländer in paris ... oder auch nicht.

es gibt ja bücher, die einen ziemlich überraschen. da erwartet man eine belanglose liebesgeschichte mit happy end, leichte unterhaltung eben. und dabei verstecken sich zwischen den seiten eine einfallsreiche geschichte und liebevoll entworfene charaktere mit tiefgang. so geschehen bei nicolas barreaus "das lächeln der frauen".


es handelt ... von einem autor, dessen lektor, einer leserin und einem ganz besonderen buch. von gutem essen und kochen in paris und von genialen einfällen, die einem irgendwann quasi in den hintern beißen.

liest sich am besten ... in einem kleinen gemütlichen restaurant in paris. na oder zumindest mit einer eiffelturmpostkarte als lesezeichen.

außerdem braucht es ... nachsicht beim betrachten des covers. die kitschige aufmachung sagt wirklich nichts über das niveau des buches aus.

und generell wäre zu sagen ... "das lächeln der frauen" ist und bleibt natürlich ein liebesroman. aber einer der richtig laune macht! und das happy end ist zwar zu erwarten, der weg dorthin aber abwechslungsreich, verworren und kurzweilig.



19. August 2012

neustart

ja, ich wage einen zweiten versuch. ab sofort wird wieder gebloggt - über bücher, klarerweise, in der bereits bekannten form. neu dazu kommen kinder-, jugend- und bilderbücher, gelegentlich gibt es auch etwas über autorInnen zu lesen. und zwischendurch wird sich die eine oder andere "bücherwarnung" einschleichen.

alle weiteren änderungen dürft ihr selbst entdecken. ;-) also dann, auf ein neues!

20. Dezember 2010

Kiwis, Kauris und das liebe Gold

ich mag historische romane. und ich liebe neuseeland. wenn beides zusammenkommt, kann ich ganz einfach nicht daran vorbeigehen. und nachdem ich bereits sarah larks trilogie "im land der weißen wolke", "das lied der maroi" und "der ruf des kiwis" in rekordzeit verschlungen habe, war auch ihr neuestes buch "das gold der maori" nicht lange vor mir sicher. :-)


es handelt ... von den schicksalen der vielen europäischen einwanderer in neuseeland im 19. jahrhundert, im speziellen von kathleen und michael aus irland. von neuanfängen als farmer, pferdehändler, pubbesitzer oder näherin. von streit und freundschaft mit den maori. von der flucht vor dem gesetz - oder vor dem eigenen ehemann. und natürlich: von der liebe.

liest sich am besten ... an einem strand in der bay of islands, auf einer bank am hauptlatz von christchurch oder im hafen von wellington. zu weit weg? mist. na dann ... an einem gemütlichen plätzchen mit (echtem oder von der CD kommenden) meeresrauschen. :-)

außerdem braucht es ... interesse an historischen romanen und generationenübergreifenden geschichten - wer das hat, wird reich belohnt. der nächste sarah lark-roman erscheint im februar 2011 und ist eine fortsetzung von "das gold der maori".

und generell wäre zu sagen ... neuseeland ist derzeit nicht nur als reiseziel, sondern auch als romanschauplatz ganz besonders "in". für neuseelandfans wie mich ist das natürlich ein hit. :-) und wer viel und gern historische romane liest, bekommt endlich etwas "frischen wind" in die auswahl der länder, in denen die geschichten spielen. sara larks bücher sind zwar nicht unbedingt literarische höhenflüge, liefern aber ausgezeichnete, kurzweilige unterhaltung inklusive "sehnsuchtsfaktor" für neuseelandliebhaber.

6. Dezember 2010

ganz schön viel blut

cody mcfadyens bücher zählen definitiv zu jenen, nach deren lektüre ich mich immer frage: wie kommen die autoren nur auf so kranke ideen? allzu genau sollte man darüber vielleicht gar nicht nachdenken ... :-) "die blutlinie" und "der todeskünstler" sind also definitiv nichts für schwache nerven (oder nervöse mägen), lesenswert sind sie - für alle die grausame thrillerspannung mögen - auf alle fälle.



es handelt ... von irrsinnig brutalen serienmördern, die nicht einfach nur morden, sondern dabei auch noch zutiefst grausame pläne verfolgen. von der FBI-agentin smokey barrett, deren mann und kind (und beinahe auch sie selbst) einem solchen mörder zum opfer fielen und die trotzdem weiterhin jagd auf sie macht. von blindem hass und wahnsinn in allen nur vorstellbaren facetten.

liest sich am besten ... tagsüber! bloß nicht kurz vor dem einschlafen. oder gleich nach dem essen.

außerdem braucht es ... einen starken magen. (hab ich das schon erwähnt?) und eine vorliebe für solche geschichten. ansonsten kann es sein, dass man das buch nach wenigen seiten in die ecke schmeißt und sich über die sinnlose und furchtbare gewalt darin aufregt. (ist auch ok - aber sagt dann bloß nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!)

und generell wäre zu sagen ... ich habe schon viele - wirklich viele - bücher dieser art gelesen. manche bieten besonders grausame verbrechen, andere speziell verwickelte und überraschende handlungen. bei mcfadyens büchern hat es mir besonders die hauptfigur, agentin smokey barrett, angetan. sie ist ein spannender und vielschichtiger charakter, und ihre trauer (in buch eins) ist so greifbar, dass es richtig wehtut. ihr ganz persönliches schicksal macht aus den büchern mehr als einfach nur weitere "fang-den-mörder-geschichten".

8. November 2010

amy. retterin.

justin cronin hatte die idee zu seinem roman "der übergang" als seine tochter meinte, er könnte doch einmal etwas über ein kleines mädchen schreiben, das die welt rettet. kluges kind. denn papa machte aus dieser idee einen erstklassigen, sprachlich ausgezeichneten thriller, der mittlerweile in 23 sprachen zu haben ist und sich richtig gut verkauft. die filmrechte sollen angeblich bereits an 20th century fox gegangen sein und ridley scott will regie führen. na wenn das nicht vielversprechend ist.

es handelt ... von einem militärisch-medizinischen experiment, das schief geht - gewaltig schief. von einer welt, die angesichts einer übermächtigen bedrohung hilflos um sich schlägt und beinahe zugrunde geht. von neuanfang, (über)lebenswillen und hoffnung. und natürlich von dem kleinen mädchen amy harper bellafonte.

liest sich am besten ... nachts. und unbedingt unter einem schweinwerfer, einem flutlicht oder wenigstens einer neonlampe. klingt paradox? nicht bei der geschichte. naja aber lesen müsst ihr sie dann schon selbst. *g*

außerdem braucht es ... genügend zeit (immerhin: 1.024 seiten) und - nach ca. dem ersten viertel - auch ein wenig geduld. der roman beginnt rasant, hat aber manchmal auch ein paar kleine längen. für die geschichte sind sie notwendig, da muss man also durch.

und generell wäre zu sagen ... wer irgendwo schon etwas über dieses buch gelesen hat, wird sich wundern warum ich bisher mit keinem pieps das thema "vampire" erwähnt habe. ganz einfach: justin cronins "der übergang" auf einen vampirroman zu reduzieren wäre ziemlich - hm - blöd. denn dieses buch ist so viel mehr. (utopie? science-fiction-horror? endzeitroman? vision? ... ? ...) und die vampire (hier: virals oder jumps) sind weder edward noch lestat noch eric. und so sehr ich all diese figuren auch mag, in diesem fall muss ich sagen: gut so.

25. September 2010

sprachkünstler

es gibt einen ganzen haufen bücher, die man angeblich gelesen haben "muss" . aber ein buch lesen zu "müssen" ist selten gut. ich finde man sollte es wollen. und deswegen: auch wenn viele meinen, stefan zweig "muss" man einfach lesen / gelesen haben - ich sage: ihr müsst nicht. aber ihr wollt. auch wenn ihr das bisher vielleicht noch nicht gewusst habt ...


ich für meinen teil habe mich in stefan zweigs erzählungen regelrecht verliebt. und somit auch in den erzählband "phantastische nacht".



es handelt ... von wenigen stunden oder ganzen jahren im leben der unterschiedlichsten menschen. von unglaublich vielen details einer gefühlsregung, eines augenblicks, einer person. von einem in die jahre gekommenen schauspieler, einem kindermädchen und einem sommergewitter.

liest sich am besten ... an einem gemütlichen, verregneten sonntag (oder montag, wenn man denn grade urlaub hat)

außerdem braucht es ... sinn für die feinheiten der deutschen sprache. stefan zweig malt sprachbilder mit unglaublich vielen details - wer sich darauf einlässt, dem ist "kopfkino deluxe" garantiert. das klappt allerdings nicht beim "zwischendruch schnell zwei seiten lesen". ein bissl muss man da schon dranbleiben. ;-)

und generell wäre zu sagen ... wer sich darüber freuen kann, wenn in einem buch der deutsche wortschatz wirklich voll aus- und nicht nur obeflächlich abgeschöpft wird, der ist bei stefan zweig genau richtig. und: "phantastische nacht" ist eine sammlung von erzählungen. wem 300 seiten zweig auf einmal also zu viel sind, der fängt eben - mit einer einzelnen erzählung - klein an. aufhören mag man dann ohnehin nicht mehr.